Antike balinesische Tempelfigur – Königliche Figur im Sembah – ca. 1890–1930 – 67,8 cm
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Maße: H 67,8 × B 18,5 cm
Gewicht: 4 kg
Herkunft: Bali, Indonesien
Datierung: ca. 1890–1930
Material: Massives Schnitzholz, polychrome Fassung, Blattgoldreste
Balinesische Tempelkunst um 1900
Diese fast 68 cm hohe Holzskulptur gehört zur traditionellen sakralen Bildwelt Balis. Dargestellt ist eine vornehm gekleidete männliche Figur mit hoher Krone, reichem Körperschmuck und vor der Brust zusammengelegten Händen. Diese als Sembah bezeichnete Haltung steht in Indonesien für Ehrerbietung, Respekt und Verehrung.
Die genaue Identität der Figur lässt sich ohne gesicherte Provenienz nicht zweifelsfrei bestimmen. Krone, Schmuck und die idealisierte Erscheinung sprechen jedoch deutlich für eine höfische, königliche oder göttliche Persönlichkeit. Gerade diese Verbindung zwischen hinduistischer Ikonographie, höfischer Kultur und lokaler Schnitztradition ist charakteristisch für die historische Kunst Balis.
Ein Objekt, dessen Alter an der Oberfläche sichtbar wird
Der besondere Reiz dieser Skulptur liegt nicht in einer perfekt erhaltenen Bemalung. Im Gegenteil: Erst die Verluste und Abnutzungen machen den ursprünglichen Aufbau der Oberfläche sichtbar.
In geschützten Vertiefungen der Krone, des Schmucks und der Kleidung haben sich Reste der ursprünglichen Blattvergoldung erhalten. Unter der farbigen Fassung treten an beschädigten Stellen rote sowie helle Grundierungsschichten hervor. Unter Vergrößerung lässt sich erkennen, dass diese Schichten übereinanderliegen und unterschiedlich stark abgenutzt sind.
Die exponierten Bereiche – insbesondere Gesicht, Hände, Füße und hervorstehende Ornamente – zeigen deutlich stärkeren Abrieb als tiefer liegende Partien. Dadurch entsteht ein sehr unregelmäßiges Oberflächenbild, das die lange Geschichte der Skulptur unmittelbar erkennen lässt.
Die Unterseite als wichtiges Detail
Besonders aufschlussreich ist die Unterseite. Das massive Holz wurde nicht zu einer vollkommen ebenen Fläche verarbeitet. Stattdessen sind unter Vergrößerung zahlreiche kurze, sich überschneidende Bearbeitungsspuren sowie eine unregelmäßige Modellierung des Holzes sichtbar.
Diese Merkmale entsprechen einer traditionellen Bearbeitung mit Handwerkzeugen. Moderne, regelmäßig verlaufende Säge- oder Frässpuren konnten an der untersuchten Unterseite nicht festgestellt werden.
Eine größere natürliche Schwundspalte zeigt zudem, wie stark das massive Holz im Laufe seiner Geschichte gearbeitet hat. Kleinere Trockenrisse und die abgerundeten, stark beanspruchten unteren Kanten ergänzen dieses Altersbild.
Frühere Restaurierung klar erkennbar
Die Skulptur hat ihre Geschichte nicht unbeschädigt überstanden. Eine größere Schwundspalte wurde zu einem früheren Zeitpunkt gefüllt und stabilisiert. Auch weitere Bereiche zeigen ältere Eingriffe und Überarbeitungen.
Wir betrachten diese Restaurierung nicht als etwas, das bei einem Verkauf verborgen werden sollte. Sie ist auf unseren Detailaufnahmen dokumentiert und gehört heute zur Objektgeschichte. Wann genau diese Arbeiten vorgenommen wurden, lässt sich ohne weiterführende Materialanalyse nicht bestimmen.
Warum wir die Figur auf ca. 1890–1930 datieren
Für die Datierung betrachten wir nicht ein einzelnes Merkmal, sondern das Gesamtbild. Traditionelle Werkzeugspuren, die Alterung des massiven Holzes, ausgeprägte Schwundrisse, ältere Reparaturen, der mehrschichtige Aufbau der Fassung, erhaltene Blattgoldreste und die unterschiedliche Abnutzung geschützter und exponierter Bereiche ergeben zusammen ein überzeugendes Bild einer älteren Skulptur.
Auf Grundlage dieser sichtbaren Merkmale ordnen wir das Werk vorsichtig in das späte 19. bis frühe 20. Jahrhundert, ca. 1890–1930, ein.
Bewusst verzichten wir auf eine engere oder deutlich frühere Datierung, solange dafür keine zusätzlichen naturwissenschaftlichen oder archivalischen Belege vorliegen.
Charakter und Wirkung
Mit 67,8 cm Höhe besitzt die Figur eine starke Präsenz. Die schmale Silhouette, die hohe Krone und das spitz aufragende Rückenelement führen den Blick nach oben, während die zusammengelegten Hände der Darstellung eine ruhige, würdevolle Haltung geben.
Besonders für Sammler historischer indonesischer Kunst ist der weitgehend unrestauriert wirkende Oberflächencharakter interessant: Blattgold, Farbe, freiliegende Grundierung, dunkle Patina und alte Reparaturen existieren sichtbar nebeneinander.
Objektdaten
- Objekt: Balinesische Tempel- und Kulturskulptur
- Darstellung: Höfische, königliche oder göttliche männliche Figur
- Haltung: Sembah – Hände ehrerbietig vor der Brust zusammengelegt
- Herkunft: Bali, Indonesien
- Datierung: ca. 1890–1930
- Material: Massives handgeschnitztes Holz
- Fassung: Mehrschichtige Polychromie mit erhaltenen Blattgoldresten
- Maße: H 67,8 × B 18,5 cm
- Gewicht: 4 kg
- Zustand: Alters- und Gebrauchsspuren, Farb- und Vergoldungsverluste, Schwundrisse sowie frühere Restaurierungen und Stabilisierungen
Preis: 2.950 €
