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Ein prachtvolles und unverkennbares Beispiel burmesischer Andachtskunst: ein antiker Jambupati-Buddha im klassischen Mandalay-Stil, um 1900 in Burma gefertigt. Die aus Holz geschnitzte Figur ist mit tiefrotem Lack, altersmilder Vergoldung sowie außergewöhnlich reichem grünem und spiegelndem Glasmosaik versehen. Die separat eingelegten Augen verleihen dem Gesicht eine lebendige, beinahe menschliche Präsenz.
In der Jambupati-Darstellung erscheint Buddha nicht im schlichten Mönchsgewand, sondern als universaler Herrscher. Diese königliche Erscheinungsform verweist auf die Erzählung, in der der stolze König Jambupati durch die Pracht und geistige Autorität Buddhas zur Einsicht gelangt.
Der Körper ist in ein reich geschichtetes Hofgewand gekleidet. Flügelartig aufragende Schulterornamente, breite Manschetten, ein verzierter Gürtel und ein mit Glas besetztes Stirnband erinnern an burmesische Königsinsignien. Wiederkehrende Schuppen-, Flammen- und Blütenmotive bedecken nahezu die gesamte Oberfläche und setzen sich über Ärmel, Schultern und Rücken fort.
Das feine erhabene Relief wurde in Thayo ausgeführt, einer traditionellen burmesischen Lackpaste, mit der Ornamente auf einem geschnitzten Holzkern aufgebaut wurden. Kleine grüne und spiegelnde Glasstücke imitieren Smaragde und Diamanten. Ihr Funkeln bildet einen reizvollen Kontrast zur weich verwitterten Vergoldung.
Buddha sitzt in Padmasana, dem Lotussitz. Seine rechte Hand reicht in der Bhumisparsha-Mudra zur Erde und bezeichnet den Moment, in dem er die Erde als Zeugin seiner Erleuchtung und seines Sieges über Mara anrief. Die linke Hand ruht mit der Handfläche nach oben im Schoß und symbolisiert Meditation und innere Ruhe.
Der gelappte Thronsockel und die freiliegenden Unterschichten zeigen den charakteristischen tiefroten burmesischen Lack, der kraftvoll mit der gedämpften, gealterten Vergoldung kontrastiert. Rote Akzente im Relief verleihen dem Ornament zusätzliche Tiefe.
Burma, heutiges Myanmar, Mandalay-Stil, spätes 19. bis frühes 20. Jahrhundert.
Authentischer antiker Zustand mit sichtbaren Alters- und Gebrauchsspuren. Vergoldung und roter Lack zeigen Abrieb und örtliche Fehlstellen. Einige Glasmosaikstücke fehlen oder sind beschädigt. Das Holz weist Alters- und Schwundrisse auf, unter anderem am Sockel und am unteren Gewand. Die Unterseite zeigt alte Verstärkungen und Gebrauchsspuren. Die eingelegten Augen sind vorhanden. Sämtliche Fotografien sind Bestandteil der Zustandsbeschreibung.
Ein eindrucksvolles Sammlerstück, das burmesische religiöse Ikonografie, königliche Mandalay-Ästhetik und höchst dekorative Lackkunst vereint.
