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Antike chinesische Kwan Yin mit Shancai & Longnü – Späte Qing-Dynastie – 60 cm

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Maße: H 60 cm
Gewicht: ca. 9 kg
Material: Geschnitzter und zusammengesetzter Knochen
Herkunft: China
Datierung: Späte Qing-Dynastie, 19. Jahrhundert
Darstellung: Guanyin (Kwan Yin) mit Shancai und Longnü
Technik: Mehrteilige Konstruktion, Handschnitzerei, Gravur und pigmentierte Details

Chinesische Kwan Yin aus der späten Qing-Dynastie

Diese außergewöhnliche Skulptur zeigt Kwan Yin (Guanyin) als Mittelpunkt einer aufwendig aufgebauten buddhistischen Figurengruppe. Zu beiden Seiten erscheinen ihre traditionellen Begleiter Shancai und Longnü. Gemeinsam bilden sie eine Bildtradition, die tief in der chinesischen buddhistischen Kultur verwurzelt ist.

Mit 60 cm Höhe und einem Gewicht von rund 9 kg besitzt das Werk eine ungewöhnliche Substanz. Erst aus der Nähe wird sichtbar, wie komplex die Figur tatsächlich aufgebaut ist: Zahlreiche separat geschnitzte Elemente wurden zu einer reich gegliederten Gesamtkomposition zusammengefügt.

Guanyin, Shancai und die Drachenprinzessin

Guanyin ist die chinesische Erscheinungsform des Bodhisattva Avalokiteshvara und gehört zu den bedeutendsten Gestalten des ostasiatischen Mahayana-Buddhismus. Sie verkörpert Mitgefühl und die Bereitschaft, auf das Leiden aller Lebewesen zu antworten.

Begleitet wird sie hier von Shancai, dem jungen Pilger auf der Suche nach spiritueller Erkenntnis, sowie Longnü, der Drachenprinzessin. Diese Begleitfiguren verankern die Darstellung eindeutig innerhalb der traditionellen chinesischen Guanyin-Ikonografie.

Aufwendige chinesische Knochenschnitzerei

Besonders bemerkenswert ist die Konstruktion. Die große Figur wurde nicht aus einem einzigen Materialblock geschaffen. Stattdessen verwendete der Schnitzer zahlreiche sorgfältig bearbeitete Knochensegmente, die zu Figuren, Gewändern, Lotusformen, Felsstrukturen und dekorativen Elementen zusammengesetzt wurden.

Feine Gravuren beleben die Oberflächen. Dunkel ausgelegte Linien betonen Textilmuster, Konturen und ornamentale Details und erzeugen einen starken Kontrast zum hellen Knochen.

Details unter dem Mikroskop

Die Skulptur wurde zusätzlich unter starker Vergrößerung untersucht. An offenliegenden und abgenutzten Stellen lässt sich die natürliche Struktur des verwendeten Knochenmaterials erkennen. Feine Kanäle und Unregelmäßigkeiten werden dort sichtbar, wo die ursprüngliche Oberfläche nicht mehr vollständig erhalten ist.

Die Makroaufnahmen zeigen außerdem zahlreiche Spuren manueller Bearbeitung: Schneidlinien, Schabspuren, Gravuren und kleine Unregelmäßigkeiten an schwer zugänglichen Übergängen. In tieferen Vertiefungen haben sich dunkle Pigmente und alte Ablagerungen erhalten.

Ein Werk der chinesischen Qing-Tradition

Die Kombination aus buddhistischer Ikonografie, mehrteiliger Konstruktion und außerordentlich detailreicher Schnitzerei ordnet das Werk der chinesischen Kunsttradition der späten Qing-Dynastie im 19. Jahrhundert zu.

Die enorme Detailfülle ist typisch für eine Kunstform, bei der technische Virtuosität bewusst sichtbar gemacht wurde. Gleichzeitig bleibt die zentrale Guanyin ruhig und ausgewogen. Dieser Kontrast zwischen komplexer Ornamentik und meditativer Präsenz bestimmt die Wirkung der gesamten Skulptur.

Geschnitzte Marke auf der Unterseite

Auf der Unterseite befindet sich eine handgeschnittene Marke innerhalb einer rechteckigen Kartusche. Sie gehört zur ursprünglichen Ausführung der Skulptur und ist ein interessantes Detail für die weitere kunsthistorische Untersuchung.

Da eine eindeutige Lesung und Zuordnung derzeit nicht ausreichend gesichert ist, schreiben wir die Marke bewusst keinem bestimmten Künstler oder Atelier zu.

60 cm chinesische Skulpturenkunst

Die tatsächliche Größe dieses Werkes lässt sich auf Fotografien nur schwer vermitteln. Mit 60 cm Höhe und etwa 9 kg Gewicht besitzt die Figur die Präsenz eines bedeutenden Sammlungsobjekts.

Aus der Entfernung wirkt die gesamte buddhistische Szene geschlossen und harmonisch. Aus nächster Nähe eröffnet sich dagegen eine fast endlose Folge kleiner Schnitzereien, Figuren, Muster und handgearbeiteter Oberflächen.

Ein außergewöhnliches Beispiel chinesischer buddhistischer Kunst für Sammler von Qing-Antiquitäten, asiatischer Skulptur und historischer chinesischer Handwerkskunst.