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Diese 5,8 kg schwere Buddhafigur gehört zur thailändischen Rattanakosin-Zeit des 19. Jahrhunderts. Der Körper ist schlank und ruhig aufgebaut, mit langen Armen, gesenktem Blick, verlängerten Ohrläppchen und eng gesetzten Spirallocken. Die flammenförmige Ushnisha und die weich idealisierten Gesichtszüge greifen bewusst ältere Sukhothai-Vorbilder auf. Der kräftige, mehrstufige Sockel mit Perlenband und stilisierten Lotusblättern verweist dagegen klar auf die spätere Bangkok-Tradition.
Der Buddha sitzt gesammelt in Meditationshaltung. Die rechte Hand reicht über das Knie nach unten und berührt symbolisch die Erde; die linke liegt mit geöffneter Handfläche im Schoß. In Thailand wird diese Darstellung häufig als Maravijaya bezeichnet: Shakyamuni ruft die Erde als Zeugin seines Sieges über Mara an. Das Motiv gehört zu den zentralen Bildtypen des Theravada-Buddhismus.
Die Oberfläche besitzt noch große Partien einer alten Goldfassung. Unter starker Vergrößerung wird an Fehlstellen eine dunkle Lackschicht unter dem Gold sichtbar. Dünne, teilweise scharf abbrechende Goldränder und die unterschiedlich starke Abnutzung sprechen für eine traditionelle thailändische Lack- und Blattgoldfassung. Die Oberfläche wird deshalb nicht als Quecksilber-Feuervergoldung katalogisiert.
Geschützte Bereiche behalten mehr Gold, während berührte Partien matter, dunkler und stellenweise bis auf die darunterliegende Schicht abgerieben sind. Gerade diese ungleichmäßige Alterung gibt der Bronze ihren historischen Charakter.
Die Figur ist hohl gegossen. Die offene Unterseite bewahrt umfangreiche Reste des ursprünglichen Erd- beziehungsweise Tonkerns sowie alte Ablagerungen und lokale blaugrüne Kupferoxidation am Innenrand. Das unregelmäßige, nicht modern geglättete Innere dokumentiert die traditionelle Herstellung.
Altersgemäßer Erhaltungszustand mit Abrieb der Lack- und Goldfassung, kleinen Kratzern, dunklen Ablagerungen, örtlicher Oxidation und kleineren Oberflächenverlusten. Die alten Kernreste wurden belassen.
