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Diese kleine, dicht modellierte Lamafigur gehört zur tibetischen Porträtplastik der Gelug-Schule. Der hohe, spitz zulaufende Pandita-Hut, das breite Gewand mit gravierten Säumen und die konzentrierte Sitzhaltung verweisen auf einen gelehrten Ordensmeister. In der erhobenen rechten Hand erscheint der Lehrgestus; die linke trägt ein gebundenes Schriftbündel. Eine genaue Identifizierung des Dargestellten ist ohne Inschrift nicht möglich, doch der Typus steht klar in der Tradition hochrangiger Gelug-Lehrer.
Die Figur ist als Hohlguss in einer kupferhaltigen Legierung ausgeführt und anschließend feuervergoldet. Besonders auf den Gewandpartien und in den vertieften Linien hat sich die Vergoldung stark erhalten, während an stärker berührten Stellen das dunklere Grundmetall hervortritt. Die Unterseite ist offen; darin liegen alte Reste des ursprünglichen Gusskerns und weitere unregelmäßige Innenstrukturen. Diese technischen Merkmale passen gut zu einer handwerklich hergestellten tibetischen Bronze der späten Vormoderne.
Besonders wichtig ist das noch angehängte nepalesische Ausfuhrlabel mit rotem Lacksiegel. Es trägt das Jahr 1962. Dieses Datum bezieht sich auf die Exportfreigabe über Nepal und nicht auf die Entstehungszeit der Figur. Für die Provenienz ist das Label dennoch von hohem Wert, da es die Bewegung des Objekts im frühen internationalen Kunsthandel dokumentiert.
Aufgrund von Stil, Gussweise, Vergoldung, Bearbeitung des Gewands und der erhaltenen Innenstruktur wird die Figur in die Zeit um 1750–1850 eingeordnet. Die erhaltene Oberfläche ist bewusst nicht überarbeitet worden.
Antiker Erhaltungszustand mit natürlichem Abrieb, dunklen Ablagerungen, erhaltenen Kernresten und umfangreicher alter Vergoldung. Das historische Exportetikett bleibt Teil des Objekts.
